Fallada-Preis 2006 geht an
Iris Hanika

 


Iris Hanak

Iris Hanika erhält den Hans Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2006 für ihre kritische, engagierte und brillante Prosa „Das Loch im Brot“ (2003) und „Musik für Flughäfen“ (2005). Beide Bücher zeigen das Glücksverlangen des Menschen, das sich durch keinen Rückschlag beschwichtigen läßt. Mit zärtlicher Fürsorge beobachtet Iris Hanika das Individuum und leistet einen wichtigen Beitrag für dessen Überleben in der Moderne. Ihre Prosa-Miniaturen dokumentieren einen originären Zugriff auf die Wirklichkeit, indem sie sich an keinerlei modischen Schemata der zeitgenössischen Literatur orientieren. Hanikas Sprache besticht durch einen frischen und authentischen Klang.




Hans Fallada-Preis der
Stadt Neumünster


Die Autorin wurde 1962 in Würzburg geboren und verlebte ihre Kindheit in Bad Königshofen. Im Jahr 1979 siedelte Hanika nach West-Berlin über, wo sie ein Studium der Literaturwissenschaft und Germanistik aufnahm. Als erste Publikation erschien 1992 die Erzählung „Katharina oder Die Existenzverpflichtung“. Während der neunziger Jahre arbeitete Hanika als technische Redakteurin und publizierte einzelne Beiträge in Zeitschriften oder Sammelbänden. Ende 1999 wurde sie feste Mitarbeiterin der „Berliner Seiten“ bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“; seither publiziert sie auch Kolumnentexte in der Zeitschrift „Merkur“, welche sie unter der Überschrift „Chronik“ verfasst. Ein Großteil dieser „Chronik“-Texte erschien 2003 in der Edition Suhrkamp unter dem Titel „Das Loch im Brot“. Ein zweiter Band mit Kurzprosa erschien im Mai 2005 ebenfalls bei Suhrkamp unter dem Titel „Musik für Flughäfen“. Als „wichtigsten Autor meines Lebens“ bezeichnet Hanika Alfred Döblin, dessen „Berlin Alexanderplatz“ sie mit siebzehn zum ersten Mal gelesen hat. Döblin habe sich bei ihr am tiefsten eingeprägt: „und womöglich habe ich von ihm am meisten gelernt“. Ihre Liebeserklärung an Döblin gipfelt in einem Satz, der vielleicht auch für die Berlin-Texte Hanikas ein Motto bilden könnte: „Von den 27 Stunden des Tages war er 25 hellwach.“

Der Hans Fallada-Preis der Stadt Neumünster wird im Jahr 2006 zum zwölften Mal vergeben und ist mit 8000 Euro dotiert. Die Jury tagte am 19. Oktober, in Neumünster. Der Jury gehören der Vorsitzende Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth, der vorherige Fallada-Preisträger Wilhelm Genazino, Prof. Dr. Heinrich Detering (Universität Göttingen), Dr. Werner Liersch (Berlin), Franziska Wolffheim (Hamburg), die Neumünsteraner Buchhändlerin Renée Clement sowie der Leiter der Stadtbücherei Neumünster Dr. Klaus Fahrner an.






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