„Für November waren die Temperaturen am Abend ausgesprochen warm“,
lautete das nicht ganz ernst gemeinte Fazit der Holstenköste von Stadtpressesprecher
Stephan Beitz. In der Tat sorgten die ungemütlichen Abendtemperaturen bei
den knapp 200.000 Besuchern für etwas weniger Stimmung bei den Gästen
als in den Vorjahren. Zudem hatten die Musiker auf den acht Bühnen angesichts
der Temperaturen einige Male mit verstimmten Instrumenten zu kämpfen. Dennoch
boten sie den vielen Besucherinnen und Besuchern an den Bühnen ein Klasseprogramm,
das sich hinter keinem anderen Stadtfest zu verstecken braucht. Pfiffig zeigten
sich die Gastronomen auf der Klosterinsel, die kurzerhand Glühwein ins
Programm aufnahmen.
„ Es wurde ausgelassen gefeiert. Organisatorisch lief alles wie am Schnürchen“,
zeigte sich Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg hochzufrieden. Vier
Tage lang wurde wieder der gesamte Innen-stadtbereich zu einer großen
Partymeile gemacht. Ganze Arbeit leisteten die eingesetzten Kräfte der
Polizei, Sanitätsdienste und des Technischen Betriebszentrums der Stadt.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Hilfsorganisationen, Polizei und Holstenköste-Leitstelle
der Stadt funktionierte hervorragend. Es wurde eindeutig festgestellt, dass
die Aggression insbesondere der alkoholisierten Köstenbesucher stark zunahm.
„Wenn sich Menschen ganze Biertisch-Garnituren um die Ohren hauen, hört
der Spaß auf“, formulierte Stephan Beitz. So hatten die Sanitätsdienste
erheblich mehr Fahrten ins Krankenhaus zu verzeichnen. Ein Opfer einer tätlichen
Auseinandersetzung mußte aufgrund der Schwere der Verletzung sogar in
die Augenklinik der Uniklinik Kiel gebracht werden. Ein 16-jähriges Mädchen
wurde zudem mit weit über 2 Promille Alkohol im Blut angetroffen. In diesem
Zusammenhang erwiesen sich die von Polizei und Stadt eingesetzen Jugendschutzstreifen
als wirkungsvoll. Auch die Gastronomen erklärten sich im Vorwege sofort
bereit, die Plakataktion des Jugendschutz-beauftragten der Stadt Toni Sürken
mitzutragen und hängten in ihren Ständen die Plakate „Kein Alkohol
an Jugendliche auf“. Selbst die Fahrer von Siems-Getränke beteiligten
sich spontan an dieser Präventiv-maßnahme und verzierten ihre Fahrzeuge
mit den Plakaten.
Trotz vieler nervenaufreibender Diskussionen mit uneinsichtigen Kraftfahrern
wurde in diesem Jahr die Straße Am Teich als Rettungsweg frei gehalten.
Auch der schon traditionelle Kampf um die besten Flohmarktplätze verlief
in diesem Jahr erheblich gesitteter als in den Vorjahren. Als voller Erfolg
erwies sich das harte Durchgreifen der Stadt im Vorjahr hinsichtlich der „fliegenden“
Händler an den anderen drei Veranstaltungstagen.

Sweety Glitter goes John Lennon
(Foto: Stadt Neumünster)
Ein echter „Renner“ war der Kindertag am Sonntag auf der Klosterinsel
unter anderem mit Streichelzoo des Tierparks Neumünster.
Weitestgehend positiv fielen die an den zahlreichen Ständen entnommenen
Lebensmittelkontrollen des Fachdienstes Ordnungsangelegenheiten der Stadt
aus. An zwei Ständen mußten die Betreibern allerdings das Hackfleisch
auf amtliche Anordnung vernichten. Desweiteren nahm in diesem Jahr die Zerstörungswut
zu. So mußte die Berufsfeuerwehr bereits in der ersten Kösten-Nacht
ausrücken, um einen durchgestochenen Feuerwehrschlauch auszutauschen.
Der verbesserte Service hinsichtlich der Toiletten wurde insbesondere von vielen Damen positiv aufgenommen, auch wenn es häufig Diskussionen ums Geld gab.
Diese Unwegbarkeiten im Hintergrund taten aber der guten Stimmung auf allen Straßen und Plätzen keinen Abbruch. „Eine rundum gelungene Köste. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr“, so das Resümee des Holstenköste-Organisators Werner Angerstein. Vom 8. bis 11. Juni 2006 heißt es dann wieder „Party pur“ in Neumünster.
Eine kleine Anekdote am Rande: Die beim Kösterock auftretende Band „Sweety Glitter“ aus Braunschweig – durchweg eingefleischte Beatles-Fans - wollte gern die John-Lennon-Ausstellung im eigentlich geschlossenen Rathaus sehen. Kurzerhand wurde eine exklusive Rathaus-Führung am Sonntag für die Band organisiert. Allerdings nur unter der Maßgabe in Braunschweig zu berichten, dass Neumünster eine lebenswerte Stadt ist.
Üressemitteilung der Stadt Neumünster
Stephan Beitz