
Der Führungsstab der Stadt Neumünster hielt
hierzu ein zweitägiges Planseminar „Twister 2006“ zur Katastrophenabwehr
in der Landesfeuerwehrschule in Harrislee ab. Die Vorbereitungsgruppe um Detlef
Tanneberger, Fachdienstleiter Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz
der Stadt Neumünster, hatte bereits einen Tag zuvor das vermeintliche
Unglück organisiert. „Wirbelstürme wie in jüngster Vergangenheit
in Hamburg zeigen, dass dieses Szenario durchaus realitätsnah ist“,
so Tanneberger. Die Führung des Krisenstabes übernahm der Fachbereichsleiter
Udo Wachholz. Vertreter der Berufsfeuerwehr, des Stadtfeuerwehrverbands mit
den Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungs- und Sanitätsdienste, der
Regieeinheiten des Katastrophenschutzes, der Polizei, des THW, der Bundeswehr,
der Kirchen und der Stadtverwaltung bildeten den Krisenstab, der versuchte,
dem Szenario Herr zu werden.
Ab 14.45 Uhr kam ein Wohnungsbrand im Mühlenhof dazu, ehe kurz
vor 15 Uhr die Situation zu eskalieren drohte, da nach einem LKW-Unfall in
der Güterstraße giftige Dämpfe austraten, die sich wenig später
als die stark ätzend wirkende Substanz Brom heraus stellte. Giftige Dämpfe
drohen über das Stadtgebiet hinweg zu ziehen. Auch dies zum Glück
nur simuliert. Rettungskräfte aus dem gesamten Stadtgebiet und Umland
rücken an.
Ziel der Übung war es, mehrere Schadenslagen mitten
in der Stadt Neumünster mit einem Massenanfall von Verletzten zu bewältigen.
Insbesondere für die einsetzbaren Einsatzkräfte und Einsatzmittel
aufgrund technischer, taktischer und administrativer Möglichkeiten eine
echte Herausforderung.

Am Ende des Szenarios waren leider 9 Todesopfer zu beklagen, 39 Schwerverletzte und 91 Leichtverletzte. Insgesamt setzten die beteiligten Organisationen 510 Rettungskräfte ein.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte erwies sich als positiv. In der Kommunikation gab es allerdings leichte Probleme beim Rückfluss der Informationen in den Krisenstab. „Sicher gibt es in der Abstimmung noch das eine oder andere zu verbessern. Doch wenn alles von vornherein immer optimal wäre, bräuchten wir nicht zu üben. Doch gerade dies ist wichtig, um für den Notfall gerüstet zu sein. Unterm Strich bin ich ich mit dem Verlauf der Stabsübung sehr zufrieden", lautet das Fazit von Feuerwehr-Chef Detlef Tanneberger.