Krisenstab der Stadt probte den Ernstfall

 


Krisenstab

Dienstag, 12.45 Uhr: Eine Unwetterfront zieht über Neumünster. Über dem Kleinflecken entwickelt sich eine Windhose, die eine Schneise der Zerstörung in einer Ausdehnung von 500 Meter Länge und 50 Meter Breite über die Museumsbaustelle und den gerade stattfindenden Wochenmarkt schlägt. Erste Erkundungen ergeben, dass von 150 Verletzten auszugehen ist. Zeitgleich findet in der Stadthalle eine Theateraufführung mit 400 Grundschülern statt, die es zu evakuieren gilt. Dies ist jedoch nur der Beginn des Szenarios, dass zum Glück nur simuliert ist.

Der Führungsstab der Stadt Neumünster hielt hierzu ein zweitägiges Planseminar „Twister 2006“ zur Katastrophenabwehr in der Landesfeuerwehrschule in Harrislee ab. Die Vorbereitungsgruppe um Detlef Tanneberger, Fachdienstleiter Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz der Stadt Neumünster, hatte bereits einen Tag zuvor das vermeintliche Unglück organisiert. „Wirbelstürme wie in jüngster Vergangenheit in Hamburg zeigen, dass dieses Szenario durchaus realitätsnah ist“, so Tanneberger. Die Führung des Krisenstabes übernahm der Fachbereichsleiter Udo Wachholz. Vertreter der Berufsfeuerwehr, des Stadtfeuerwehrverbands mit den Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungs- und Sanitätsdienste, der Regieeinheiten des Katastrophenschutzes, der Polizei, des THW, der Bundeswehr, der Kirchen und der Stadtverwaltung bildeten den Krisenstab, der versuchte, dem Szenario Herr zu werden.


Ab 14.45 Uhr kam ein Wohnungsbrand im Mühlenhof dazu, ehe kurz vor 15 Uhr die Situation zu eskalieren drohte, da nach einem LKW-Unfall in der Güterstraße giftige Dämpfe austraten, die sich wenig später als die stark ätzend wirkende Substanz Brom heraus stellte. Giftige Dämpfe drohen über das Stadtgebiet hinweg zu ziehen. Auch dies zum Glück nur simuliert. Rettungskräfte aus dem gesamten Stadtgebiet und Umland rücken an.

THW, Feuerwehr... im Einsatz

Ziel der Übung war es, mehrere Schadenslagen mitten in der Stadt Neumünster mit einem Massenanfall von Verletzten zu bewältigen. Insbesondere für die einsetzbaren Einsatzkräfte und Einsatzmittel aufgrund technischer, taktischer und administrativer Möglichkeiten eine echte Herausforderung.

Krisenstab



Am Ende des Szenarios waren leider 9 Todesopfer zu beklagen, 39 Schwerverletzte und 91 Leichtverletzte. Insgesamt setzten die beteiligten Organisationen 510 Rettungskräfte ein.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte erwies sich als positiv. In der Kommunikation gab es allerdings leichte Probleme beim Rückfluss der Informationen in den Krisenstab. „Sicher gibt es in der Abstimmung noch das eine oder andere zu verbessern. Doch wenn alles von vornherein immer optimal wäre, bräuchten wir nicht zu üben. Doch gerade dies ist wichtig, um für den Notfall gerüstet zu sein. Unterm Strich bin ich ich mit dem Verlauf der Stabsübung sehr zufrieden", lautet das Fazit von Feuerwehr-Chef Detlef Tanneberger.








Neumünster Werbung






Neumünster Szene


Grafik  HOMEPAGE